Filmreviews · 26. Dezember 2005
Sin City
Frank Miller’s Sin City
Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino
Buch: Frank Miller
Musik: John Debney
Jessica Alba (Nancy Callahan)
Devon Aoki (Miho)
Alexis Bledel (Becky)
Powers Boothe (Senator Roark)
Rosario Dawson (Gail)
Benicio Del Toro (Jackie Boy)
Michael Clarke Duncan (Manute)
Carla Gugino (Lucille)
Josh Hartnett (The Man)
Rutger Hauer (Cardinal Roark)
Jaime King (Goldie/Wendy)
Michael Madsen (Bob)
Brittany Murphy (Shellie)
Clive Owen (Dwight)
Mickey Rourke (Marv)
Kurzinhalt:
Ein ganz normaler Tag in Sin City:
Marv, der Schläger, der nach einer Liebesnacht neben einer Leiche aufwacht und sich auf die Suche nach dem Killer seiner OneNightStand-Flamme “Goldie” macht, weil sie ihm gesagt hat, dass sie ihn liebt. Dabei zeigt er sehr eindrucksvoll warum “Rache ein Gericht ist, dass am besten kalt serviert wird”.
Hartigan, der knallharte Ex-Cop, der von allen Veraten wird und für ein kleines Mädchen sein Leben aufgibt. “Der Alter Mann stirbt - Das junge Mädchen lebt”.
Dwight, der sich vom Lover zum Retter des Prostituierten Viertel wird und dabei zum Mörder wird.
Kritik:
Als ich die schmierige Kneipe betrat hatte ich vieles erwartet. Ich meine als abgebrüter Ex-Cop, der 8 Jahre zu unrecht als Knderschänder absitzen musste, denkt man, dass man auf alles gefasst ist. Das ich aber an einem Ort wie diesem, wo sich Prügelknaben, Pistolenschwinger und Prostituierte die Klinke in die Hand gaben, einen Engel treffen würde, das aus der kleinen Nancy Callahan eine rassige Jessica Alba werden würde und dieser Hüftschwung… Willkommen in der Stadt der Sünde!
“Goldie ist tot…” mit diesem Schicksalshaften und endgültigen Satz stimmte uns der Trailer damals auf “Frank Miller’s SinCity” ein. Gleich auf den ersten Moment wird klar, dass wir es hier mit einer Comicverfilmung zu tun haben, aber mit was für einer. Vergeßt Batman, Spiderman und die Fanta4! Die Szenerien sind finster, die Locations verrucht, das Setting ist düster und nahezu der ganze Streifen ist schwarz-weiß. “SinCity” bringt den Film Noir zurück. Seine Charaktere sind keine Helden!
Sie alle sind auf Ihre Weise Verlierer, die sich aber nicht unterkriegen lassen. Gekämpft wird gegen die Familie Roark, die hinter jedem dreckigen Geschäft in der Stadt steckt. Dabei gelingt es Regiesseur Rodriguez meisterlich, die düsteren einfarbigen Comics von Frank Miller zum Leben zu erwecken. Dabei halb nicht nur der Meister selbst - wer sonst könnte besser wissen, wie sein Werk umzusetzten ist -, sondern auch Rodriguez-Buddy Quentin Tarantino durfte einen Teil zur gelungenen Umsetzung beitragen.
Dazu kommt eine sehr passende Score von Alt-Meister John Debney, gemischt mit ein paar Tönen von Allrounder Greame Revell.
Aber was das Tüpfelchen auf dem i ist, ist die Cast, die Rodriguez für seinen neuen Kultstreifen verpflichten konnte: Josh Hartnett, Jessica Alba, Bruce Willis, Clive Owen, Rosario Dawson, Carla Gugino, Michael Madsen, Mickey Rourke, Brittany Murphy, Jaime King, Michael Clarke Duncan und Rudger Hauer sind nur einige der Illustren Namen auf der Liste und sogar Miller selbst ist in einer Gastrolle vertreten.
Dabei baut sich das ganze aus vier unterschiedlichen Episoden zusammen, deren rote Fäden sich immer wieder überkreuzen. Die Geschichten sind dabei unterhaltsam kurzweilig.
Allerdings - und hier muss sehr ausdrücklich gewarnt werden - ist dieser Film kein Kinderfilm und selbst vielen Grown-Ups wird die hier gezeigte und sehr stylistisch eingesetzte Gewalt auf den Magenschlagen. Ein Glück, dass das Blut nicht rot ist! Außerdem erfahren wir, welche praktischen Werkzeuge man im Baumarkt (nein, nicht nur bei Obi) bekommen und wie kreativ man damit anderen Wehtun kann. Dabei wird zwar viel gezeigt, aber ein sehr großer Teil der Fantasie überlassen. Dazu kommt ein sehr dreckiger Humor, den wir vor allem sehr schön bei Marv erleben dürfen.
Fazit:
Die Stadt der Sünde hat das Zeug zum Genre-Klassiker und wird in jeder gut sortierten Heimvideothek seinen Platz finden. Und vergesst nicht Euch umzusehen, wenn es in Eurer Umgebung gräßlich zu stinken geginnt! Nicht das Euch noch die Luft ausgeht. Solltet Ihr in einem Kino Eurer Wahl das Glück haben, dass der Film anläuft - viele große Ketten bestreiken ihn, um den Verleiher dazu zu bewegen, dass Verleihfenster nach hinten zusetzen - und ihr nicht gleich die Kriese bekommt, wenn ein Arm durchs Bild segelt, bzw. Ihr nicht immer ein Happy End braucht, solltet Ihr den Trip nach “Sin City” wagen. Und Teil 2 ist auch schon in der Mache! Wir foltern uns im Kino!!
Ursprünglich veröffentlicht auf alien-on-earth.de, geborgen aus der Wayback Machine.