Filmreviews · 10. Februar 2005

Kill Bill: Vol. 1

Kurzinhalt:
Eine Hochzeit ist ja normalerweise der schönste Tag im Leben der Braut. Nicht so bei Uma Thurman genannt die Braut oder “Black Mamba” (in Ihrem früheren “Job” als Mitglied der “Deadly Viper Assassination Squad”) denn sie wird samt der gesamten Partygesellschaft und ungeborenem Kind von ihren ehemaligen Kollegen niedergemetzelt. Doch sie überlebt, nicht nur das, sie schwört Rache, Rache an der gesamten “Deadly Viper Assassination Squad” und Ihrem Auftraggeber Bill. Und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Mit einer Katana-Klinge des Meisters Hatori Hanso im Gepäck geht es los … das Blutbad kann beginnen.

Kritik:
6 Jahre hat es gedauert, jetzt ist er wieder zurück und bringt seinen 4. Film in unsere Kinos. Quentin Tarantino heißt der Mann und “KILL BILL” der Streifen, der seit 16. Oktober in hiesigen Lichtspielhäusern über die Leinwände flimmert und der Titel ist Programm.

KILL BILL Volume 1, wie der Film mit vollem Titel heißt, ist eine Hommage an die Bruce Lee-Filme der 70iger Jahre und wohl mit Abstand Tarantinos blutigster Film. Das ganze vermischt mit der Tarantinoesken Bildsprache, den typischen markigen Dialogen und natürlich der Tarantino üblichen nicht-chronologischen Erzählweise, die wir ja schon aus “Pulp Fiction” kennen … ein echter Tarantino eben.

Abgerundet wird der Film von einer klasse Besetzung, auch wieder Tarantino-üblich, mit neuen wie alten Bekannten. So haben wir Uma Thurman, die “Charlie’s Angels” erprobte Lucy Liu, den B-Movie abonnierten Michael Madsen (z.B. “Species” 1+2), Vivica “Independence Day” Fox, Daryl “Blade Runner” Hannah, und “Kung Fu”-Altmeister David Caradine als zu tötender Bill. Aber auch die Nebendarsteller, wie die bisher kaum bekannte Chiaki Kuriyama als Leibwächterin “Go Go” füllen Ihre Rollen mit (sehr skurrilem) Leben.

Ein weiteres Highlight und Markenzeichen eines echten Tarantinos ist die Musik. Würde man Bilder und Musik für sich hören, könnte man meinen, dass das niemals passen könnte. Zusammen genommen bekommt jede Szene einen ganz eigenen Touch. Schönes Beispiel ist die Massenschlacht, äh Massenkampfszene, bei der sich Uma Thurman im 80iger Breakdance-Style auf dem Rücken dreht und dabei ihr Katana schwingt und die Gegner reihenweise verstümmelt. Passend dazu läuft im Hintergrund ein grooviger Disco-Sound, der die Bilder so überlagert, dass man das Gesehene gar nicht mehr ernst nehmen kann.

Ein weiteres schön eingesetztes Stilmittel sind die Farbfilter, die z.B. die Massenkampfszene in neutrales schwarz-weiß tauchen und Ihr damit eine ganze Ecke der Brutalität nehmen. Und das alles eher absurd als blutrünstig erscheinen lassen.

Wer gut aufgepasst hat, dem ist aufgefallen, dass der Film ein Volume 1 im Titel trägt. Ja, richtig gedacht, Kill Bill ist nur der Auftakt. Da kommt 2004 noch mehr auf uns zu! Meister Tarantino hat nämlich ein ca. 200 Minuten langes Epos geschaffen, mit dem er das Kinopublikum nicht vollends erschlagen wollte, (na gut der schnöde Mammon wird auch seinen Teil zu der Entscheidung beigetragen haben) und so freut Euch also auf einen schönen kleinen Cliffhanger am Ende - die scheinen ja seit Matrix wieder in Mode zu sein…

Fazit: Wer auf kompromisslose Action steht und keine Angst vor Katana schwingenden Amazonen hat, der sollte sich diesen ersten 110 Min Streifen nicht entgehen lassen, denn hier steckt mal wieder eine Menge Kultpotential drin … wer mit herumfliegenden Gliedern und Eimerweise Blut nix anfangen kann, der sollte auch einen weiten Bogen um den Film machen, den davon gibt es hier zuhauf. Tipp des Verfassers: Regenschirm einpacken… es wird Nass!

Kino
Der Film läuft seit dem 16. Oktober 2003 in den deutschen Kinos. “Kill Bill: Vol. 2” soll am 26. Februar 2004 zu sehen sein.

Links
“Kill Bill, Vol. 2” Filmbericht.
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Dieser Bericht bei Audio51 mit O-Tönen.

Cast & Crew
Regie - Quentin Tarantino

Uma Thurman - The Bride (a.k.a. Black Mamba)
David Carradine - Bill
Lucy Liu - O-Ren Ishii/Cottonmouth
Daryl Hannah - Elle Driver (a.k.a. California Mountain Snake)
Vivica A. Fox - Vernita Green (a.k.a. Copperhead)
Michael Madsen - Budd/Sidewinder

Ursprünglich veröffentlicht in der Filmwelt von SF-Radio.net, geborgen aus der Wayback Machine.