Filmreviews · 14. Mai 2005
Night Watch
Night Watch (NOCHNOI DOZOR)
Regie: Timur Bekmambetov
Buch: Timur Bekmambetov, Sergei Lukyanenko
Konstantin Khabensky = Anton Gorodetsky
Vladimir Menshov = Geser
Valeri Zolotukhin = Kostya’s Father
Mariya Poroshina = Svetlana
Galina Tyunina = Sorceress Olga
Yuri Kutsenko = Ignat (as Gosha Kutsenko)
Aleksei Chadov = Kostya, Young Vampire Neighbour
Zhanna Friske = Alisa Donnikova
Ilya Lagutenko = Andrei the Vampire
Viktor Verzhbitsky = Zavulon
Kurzinhalt:
Seit dem Urzeiten tobt er, der Ewige Kampf Gut gegen Böse. Als Gesser, der Anführer des Lichts feststellt, dass der Kampf von keiner Seite gewonnen werden kann, schießt er mit Zavulon, dem Anführer der Schatten einen Waffenstillstand. Keiner der beiden Seiten, darf die Anderen - Menschen die in die Zwischenwelt sehen können, beeinflussen. Sie müssen sich freiwillig für eine der beiden Seiten entscheiden. Mitten in diesen kalten Krieg stößt Anton. Verzweifelt, da von seiner Freundin verlassen, wendet er sich an eine Hexe, um sie zurück zu gewinnen. Als Teil des Handels soll auch ihr ungeborener Sohn sterben, der angeblich nicht von ihm stammt. Während der Zeremonie bekommt Anton allerdings Visionen und will einen Rückzieher machen, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Ein Trupp stürmt den Raum und unterbricht den Zauber. Die Eindringlinge stellen Anton vor die Wahl, gut oder Böse. Getrieben von seineschlechten Gewissen wählt er den Pfad des Lichts.
Kritik:
Sieht man sich den Trailer von “Night Watch” oder “NOCHNOI DOZOR” fühlt man sich unweigerlich an den erst kürzlich erschienen Film “Constantine” erinnert. Dennoch würde man dem Film damit Unrecht tun, den eigentlich war er schon ein Jahr früher fertig. Das diese Perle des phantastischen Kinos erst jetzt hier zu sehen ist, liegt vorangig an seinem Erzeugerland Russland. Erst nachdem der Film dort alle Rekorde brach. Der wohl bisher größte russische Erfolg hat zwischenzeitlich bei “Fox Searchlights” einen internationalen Vertrieb gefunden und kommt jetzt auch endlich hierzulande in die Lichtspielhäuser.
Wer allerdings das “Fantasy Filmfest Nights #03” verpasst hat, wird sich noch bis Sommer diesen Jahres begnügen müssen, bekommt dann allerdings auch eine deutsche Synchro geboten. Aber schauen wir uns den Film doch einmal etwas genauer an:
“Night Watch” ist ein russischer Film, wie er untypischer nicht sein kann. Dabei beweist er eine sehr unique Optik, die Hollywoodreife Special Effekts mit einem sehr erdigen russischen Ambiente verbindet. Die Story ist episch als Trillogie angelegt und basiert auf einer Romanreihe von Sergei Lukyanenko. Auch wenn wir hier weit entfernt von einem “Herr der Ringe” sind, ist “Night Watch” kurzweilige Horror- unterhaltung. Alleine die manchmal sehr zusammengestückelten Sequenzen und die damit verbundene wirre Erzählweise trüben den Eindruck etwas.
Bedenke man, dass “Night Watch” erst der 3. Film von Regiesseur Timur Bekmambetov ist und Rußland nicht gerade für seine Blockbuster berüchtigt, ist das Ergebnis wohl eine der Überraschungen des aktuellen Kinojahres. Und das apprupte Ende schürrt die Erwartungen auf die Fortsetzungen ungemein. Tröstlich ist, dass Teil 2 “Day Watch” oder “Nochnoy dozor 2” bereits in der Postproduktion steckt und Teil 3 ist für 2006 angesetzt.
Für den Internationalen Markt wurde der Film übrigens umgeschnitten. Das russische Original ist mit knapp 140 Minuten Spielzeit etwa 30 Minuten Länger. Da wird der geneigte Filmfreak wohl irgendwann in ferner Zukunft auf eine Special Edition lauern.
Das moderne Vampirkino ist nach Blade und Underworld um einen russischen Vertreter reicher, der sich hinter den großen Vorbildern nicht verstecken muss, neben Referenzen a la Matrix aber auch eigene Akzente zu setzen weiß. Alleine Hardcore Splatterfreaks werden etwas enttäuscht sein, den trotz seiner bizarren, düsteren Bildern ist “Night Watch” erstaunlich zahm.
Fazit:
Gute Unterhaltung, die durch tolle Bilder fesselt und Lust auf mehr Macht. Allerdings enttäuscht der Film Fans des deftigeren Horrors und für das Mainstream Publikum ist er etwas zu wirr. Wenn man sich mit dem Mittelweg anfreunden kann, sollte man sich diese launige Vampirhatz nicht entgehen lassen!
Ursprünglich veröffentlicht auf alien-on-earth.de, geborgen aus der Wayback Machine.