Sonstiges · 19. Mai 2005

Games und Zensur

Games und Zensur (für das SF-Radio Zensur-Spezial)

Bereits seit den Anfängen des Homecomputing - als die Spiele noch Klötzchen Grafik besaßen und der C64 mit seinen 0,96 Mhz der tollste Rechner der Welt war - wurden bereits spiele auf den Index gestellt. Dabei ging es damals natürlich weniger um Realismus und Grafik, sondern mehr um das ausgeübte Handel. Einige dieser Titel würden uns heute allerdings nur noch ein Müdes Lächeln abringen. Bsp. das Game zu “Freitag der 13.” hier musste ein Serienkiller zur Strecke gebracht werden und daswörtlich.

Bei anderen Games z.B. der Doom-Reihe führte die Indezierung allerdings eher zum Gegenteil, denn das “verbotene” verführte jugendliche Gamer zu einem regen Tausch als Raubkopie und damit zum bis heute anhaltenden Kultstatus des Games! Dabei war es spielerisch eine reine banale Ballerorgie ist.

Die Software industire zog nach. und so wurden für manchen potentiellen Indizierungskandidat einige Veränderungen für den Deutschen Markt vollzogen. Schönstes Beispiel mag hier die Kultstragetie “Command & Conquer” sein, wo aus menschlichen Soldaten, die im Original von Panzern überrolltwerden konnten sehlenlose Roboter mit silicon Blut wurden. Für das Computergame Wing Commander 4, das mit Hollywood-Reifen Filmsequenzen aufwarten konnte, wurden sogar einige Filmszenen Entschärft gedreht.

Heute sind die Maßnahmen zum Jugendschutz Durchschaubarer. Die Einführung der USK - einer FSK für Computerspiele - hat jetzt zu einer nachvollziehbaren Einstufung in die Alterskategorien Ohne, ab 6, 12, 16 Jahren und keine Jugendfreigabe geführt. Demnach muss ein Game nicht gleich indiziert werden, wenn es nicht für Jugendliche geeignet ist! So landet seinerzeit das Erwachenen Game Max Payne auf dem Index, der nicht minder brutale 2. Teil hingegen ist nur ohne Jugendfreigabe und inzwischen sogar ein Budgettitel…

Aufgrund einer steigenden Zahl an furchtbaren Amokläufen an deutschen Schulen wird immer wieder der Ruf nach Verbot der sogenannten Killerspiele laut. Dabei konnte bis heute kein wirklicher Zusammenhang zwischen dem Spielen und steigender Gewaltbereitschaft gemacht werden. Vielmehr fördern viele dieser Spiele die REaktion und das TAktische Denken. OBwohl solche Spiele natürlich nicht in Kinder Hand gehören, Verboten werden wäre aber der Falsche Schritt!

Ein deutliches ZEichen setzte hier die Bundesprüfstelle  im Mai 2002, in dem sie nach dem tragischen Schulmassaker von Erfurt, das Spiel “counter-Strike” nicht verbot, da es nach einschätzungen mehr um Taktik, als ums Töten an sich ging.

Letztendlich ist es wichtig, das wir selbst kritischer werden. Das wir uns und denen die kommen in der Multimedialen Wunderwelt - die nicht nur aus Computerspielen, sondern auch Film und ganz besonders dem Fernsehen, eine MEdienkompetenz erwerben und nicht alles gleich verbieten was uns Gefährlich erscheint, nur so sind wir auf das vorbereitet was noch kommt…

Text: Falk T. Puschmann; Consulting: Dirk Wilkens, Dennis Pauler

Ursprünglich veröffentlicht auf alien-on-earth.de, geborgen aus der Wayback Machine.