Sonstiges · 03. Dezember 2004

Das Vermächtnis der Tempelritter

Das Vermächtnis der Tempelritter von Falk T. Puschmann

Nicolas Cage ….  Ben Gates
Diane Kruger ….  Abigail Chase
Justin Bartha …. Riley Poole
Sean Bean …. Ian Howe
Jon Voight ….  Patrick Gates
Harvey Keitel …. Sadusky
Christopher Plummer …. John Adams Gates

Kurzinhalt:
Benjamin Franklin Gates ist nicht nur Schatzjäger aus Passion, sondern hütet auch ein Familiengeheimnis! Es geht um das erste Puzzlestück zu einem sagenumwobenen Schatz der Gründungsväter Amerikas! Als ihn dieser erste Hinweis zur Schatzkarte führt, sieht er sich einem nicht zu unterschätzenden Problem gegenüber: Die Schatzkarte soll mit Geheimtinte auf der Rückseite der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung sein. Das ihm das nur niemand glauben will, liegt auf der Hand, handelt es sich doch um DIE Reliquie der Anfänge Amerikas. Als dann sein ehemaliger Partner Ian Howe beschließt die Karte zu stehlen, versucht Gates die NSA und die CIA zu überzeugen, dass die Erklärung in Gefahr ist. Als er hier auf taube Ohren stößt, beschließt er kurzer Hand, die Karte selbst zu klauen, um sie vor Howe zu schützen. Dabei lernt er die schöne Abigail Chase kennen, die für den Schutz der Unabhängigkeitserklärung zuständig ist. Nach anfänglicher Geiselname schließt sie sich ihm dann doch noch an und es beginnt die wohl atemloseste Schatzhatz des 21. Jahrhunderts.

Kritik:
Der Name Jerry Bruckheimer steht für Aktion, Abenteuer und Unterhaltung. Und das seit nunmehr über 20 Jahren. Mit Filmen wie „Beverly Hills Cop“, „Top Gun“, „Crimson Tide“ oder „Armageddon” schuf er sich - damals noch mit Partner Don Simpson - einen beispiellosen Ruf in der Traumfabrik. Das dabei der Plot und die Logik oft auf der Strecke blieben, darf dabei getrost als Kollateralschaden gesehen werden, prägte doch niemand die Begriffe Blockbuster und Popkornkino so sehr wie er. Mit „National Tresure“ oder zu Deutsch „Das Vermächtnis der Tempelritter“ vereint sich einmal mehr Bruckheimer mit seinem wohl treuesten Darsteller. Nicolas Cage spielte bereits in den Bruckheimer-Streifen „the Rock“, „Con Air“ und „Nur noch 60 Sekunden“ mit. Diesmal darf er den taffen Abenteurer Benjamin Franklin Gates spielen, der wie sein Großvater und dessen Vorväter nach dem Schatz der Tempelritter suchen. Nur sein Vater glaubt nicht an den Mythos und so hat sich zwischen beide ein Keil getrieben.

Ein wenig erinnert diese Reminszenz an das Abenteuerkino der 80iger, sehr stark an den letzten Ausflug eines Peitschenschwingenden Archäologen und dessen dritten Leinwandauftritt. Wir haben in beiden Fällen einen Mystischen Schatz: Auf der einen Seite den heiligen Gral, auf der anderen Seite den Schatz der Temepelritter, der von den amerikanischen Gründungsvätern versteckt worden ist. Wir haben den Vater: Einmal Henry Jones senior und einmal Patrick Gates, beide gespielt von gestandenen Hollywood Größen. Hier setzen die Tempelritter noch einen drauf: Den Großvater John Adams Gates. Und ja, bei der Namenswahl, zumindest zweier der Gatessippe fällt es auf: Benjamin Franklin und John Adams zählen beide zu den Gründungsvätern der Vereinigten Staaten. Und so verwundert es nicht, dass der Patriotismus aus diesem Film gleich literweise trieft, allerdings schon so überzogen, dass es weder sehr unterhaltsam ist. Gemeinsam haben dann beide Filmen noch die klassische Katakombenatmosphäre am Schluss und na ja die Ritter sind es beide Male: Einmal eben als Kreutz- und einmal die Tempelritter.

Die Story an sich, bietet wieder einmal viele bekannte Versatzstücke, die neu gemischt werden. Dabei ist die Mischung aber das Interessante. Neben den klassischen Abenteuermotiven haben wir ein wenig Verschwörungstheorie, eine gehörige Portion Nationalstolz und Patriotismus, ein wenig edle Gesinnung und nicht zu vergessen die ordentliche Kelle Aktion. So wird aus dem Einheitsbrei ein sehr unterhaltsamer, kurzweiliger Eintopf, der mit einigen zwar wirren, aber spaßigen Plottwists gut abgeschmeckt und sehr rund ist. Und ein bisschen „Oceans Eleven“ ist auch noch eingestreut. Für jeden ist was dabei, wobei immer sehr auf den guten Ton geachtet wurde – ist ja ein Familienfilm. Da haben bestimmte Schimpfworte nichts verloren. Für den Aktionpuristen fließt vielleicht doch ein wenig zu wenig Blut, aber seien wir ehrlich, mit so einem Film rechnen wir vom Disney-Konzern eigenen Filmvertrieb Buena Vista ja gar nicht.

Einen nicht unwesentlichen Teil der schönen Atmosphäre und des Filmspaß trägt die gut gewählte Cast. Allen voran Nick Cage, der ja beim coolen Aktionhelden ja schon bei ConAir Eiswürfel verspritzen durfte. Das, gepaart mit dem Quenchen Humor und der Abenteurer des neuen Millenniums ist geboren! Gerade die Beziehung zwischen ihm und seinem Vater, sorgt regelmäßig für Lacher und lustig absurde Situation, bspw. Wenn der Vater merkt auf welchem Dokument Ben Gates da gerade mit Zitronensaft rumschmiert.

Deshalb war es auch so wichtig einen guten Counterpart zu Cage zu finden. Und das tat man mit dem Hollywood-Veteranen Jon Voigt, der endlich einmal etwas mehr als nur schmuckes Beiwerk sein darf, getan. Zwar kommen beide keinesfalls an die geniale Vater-Sohn Beziehung zwischen Harrison Ford und Sean Connery heran. dennoch stimmt die Chemie zwischen ihm und Cage! So erweist sich Voigt, den wir zuletzt eher farblos in Filmen wie „The Manchurian Candidate“ sehen mussten, als Idealbesetzung.

Den weiblichen Part übernahm die deutsche Diane Kruger, die zuletzt Brat Pitt und Orlando Bloom in „Troja“ als Helena den Kopf verdrehen durfte. Dennoch ist sie hier nicht nur das passive Schmuckwerk, sondern wird mit fortlaufender Handlung immer aktiver in den Plot eingebaut und muss schließlich einen Deal mit dem Teufel eingehen um Ben Gates zu retten. Eine Akteurin von der wir hoffentlich noch viel hören werden!

Beim Bösewicht langte man dann doch etwas daneben: Sean Beans Darstellung ist zwar tadellos, dennoch legt die Story Ben Gates Nemesis viel zu Handzahm an. Wir nehmen ihm den eiskalt berechnenden Geschäftsmann nun wirklich nicht ab und erst zum Schluss darf er richtig fies werden und bekommt dafür auch die Quittung. Nach dem dies aber ein familientauglicher Filmspass ist, fällt die Bestrafung auch sehr zahm aus.

Doch da gibt es noch mehr bekannte Namen auf der Besetzungsliste. Einen Gastauftritt am Anfang bekam der Charaktermime Chistopher Plummer spendiert. Er erzählte seinem Enkel Ben das erste Mal vom sagenumwobenen Schatz der Tempelritter.

Wir lesen im Vorspann auch noch den Namen Harvey Keitel. Der eher aus Independentfilmen bekannte Mime und Freund von Robert de Niro ist hier als undurchsichtiger FBI-Ermittler Unterwegs, der am Schluss dann noch mit einer Überraschung an der Hand daher kommt.

Einen hätte wir beinahe vergessen: Das Newface-on-the-Block gehört Justin Bartha, den man bisher nur aus einer Hand voll Filmen, über die wir besser nicht sprechen, kennt. Er darf den Cage-Sidekick Riley Poole spielen, der aber meistens eher als Stichwortgeber für Ben Gates fungiert und sich im Team um die Technik kümmert.

Regie bei diesem Blockbuster führte übrigens Jon Turtletaub, der sich in den 90igern vor allem mit dem Drama „Phenomenon“ und Komöden „Während Du schliefst“, „Cool Runnings“ oder dem Gottschalk-Ostalgie-Trip „Trabby goes to Hollywood“ einen Namen machte. Bei National Treasure liefert er eine solide Arbeit ab, eben familientaugliche Abenteuerunterhaltung für den Sonntagnachmittag, wenn’s regnet.

Die Musik zu dem Streifen stammte übrigens einmal mehr von Bruckheimer-Veteran Trevor Rabin, der für ihn unter anderem schon „Armageddon“ oder “Der Staatsfeind Nr. 1“ orchestrierte. Dabei herausgekommen ist eine kraftvolle Score, die einmal mehr an den jungen Hans Zimmer erinnert.

Fazit: Wer sich gerne bedenkenlos 120 Minuten unterhalten lässt und einige logische Fußangeln geflissentlich übersehen kann, macht mit einem Kinobesuch in National Treasure keinen Fehlgriff. Ein Film der kurzweilig ist und Spaß macht, eben ein guter Herbstblockbuster!

Ursprünglich veröffentlicht auf alien-on-earth.de, geborgen aus der Wayback Machine.